Nutzerzentrierte Informationskonzepte

Wieso der Trend zur Individualisierung vor dem Informationsprozess nicht Halt machen sollte.

Produkte werden individueller. Ob Ausstattung und Farbe des eigenen Autos oder Material der Lieblingssneaker. Um Kundenwünsche erfüllen zu können, stimmen Unternehmen Funktion und Nutzen eines Produkts immer spezieller auf die individuellen Forderungen Ihrer Kunden ab. Der Kunde wird zum Designer seines Produkts.

Wieso sollte diese Entwicklung vor dem Informationsprozess Halt machen? Könnte man nicht viel eher von der Entwicklung zur Individualität lernen und womöglich einen Nutzen daraus ziehen?

Genau so ist es. Sie fragen sich jetzt vielleicht, was das genau heißen soll. Was bedeutet „Individualität“ im Informationsprozess? Wir können ja nicht für jeden Leser eine eigene Betriebsanleitung schreiben.

Das passende Stichwort heißt: Nutzerzentrierung.

Natürlich können wir nicht für jeden einzelnen Leser individuelle Nutzerinformationen anfertigen, zumindest NOCH nicht. In der Zukunft sind beispielsweise personalisierte Accounts in Content Delivery Portalen denkbar, die auf Knopfdruck individuelle Informationen zusammenstellen. Hier erwarten uns spannende Entwicklungen. Doch zurück in die Gegenwart. Was können wir heute ganz konkret tun? Wir können uns intensiv und gewissenhaft mit der Zielgruppe beschäftigen. Denn je besser wir unsere Zielgruppe kennen, umso individueller können wir Informationen auf Ihren Arbeitsalltag, Ihren Wissensbedarf und Ihren Sprachgebrauch anpassen. Und je besser die Informationen angepasst sind, desto besser werden sie verstanden.

Für die gewissenhafte Beschäftigung mit der Zielgruppe existieren unterschiedliche Werkzeuge. Auch, wenn die Einarbeitung in die Methoden zur Zielgruppenanalyse Zeit und Aufwand kosten. Es lohnt sich, die Methoden einzusetzen.

Viel zu oft führt die Zielgruppenanalyse ein Schattendasein. Das führt häufig zu Klischee-Personas, die als Zielgruppe angenommen werden. Das genaue Verständnis für die Zielgruppe bleibt auf der Strecke – und das merkt man auch den Informationsprodukten an. Die Probleme der Zielgruppe werden nicht behandelt, wichtige Arbeitsschritte nicht thematisiert. Im schlimmsten Fall ist die Nutzerinformation für die Zielgruppe unbrauchbar.

Nutzerzentrierte Informationskonzepte können diesen Fall verhindern und haben darüber hinaus weitere messbare Vorteile für ein Unternehmen: Viele Aufgaben können allein mit Hilfe der Nutzerinformation bewältigt werden. Selbst Herausforderungen wie ein Störungsfall an der Maschine können mit Hilfe nutzerzentrierter Informationen gemeistert werden. Dadurch reduziert sich die Anzahl der Anfragen im Kundenservice, weniger Servicetechniker müssen ausrücken und besonders wichtig: die positive Erfahrung mit der Nutzerinformation verbessert ebenso den Eindruck des Produkts und führt so zu einer langjährigen und vertrauensvollen Bindung zwischen Hersteller und Kunde.

Die Wünsche des Kunden sollten eben nicht nur beim Designen von Autos und Sneakern eine Rolle spielen, sondern auch im Informationsprozess.

 

Falls Sie mehr über „Nutzerzentrierte Informationskonzepte“ und deren Umsetzung in der Redaktion erfahren möchten, lade ich Sie herzlich ein, unser Seminar zum Thema zu besuchen