Was ist eigentlich smart an einer Information?

Lars Kothes beschreibt, warum wir nicht mehr "Technische Kommunikation" heißen.

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© alotofpeople / fotolia

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Smart Phone, Smart Home, Smart Repair, Smart … – alles muss heute anscheinend irgendwie smart sein. Und jetzt kommen wir auch noch daher und setzen "Smart Information" in unseren Claim. Rennen wir am Ende nur einer Modeerscheinung hinterher, oder steckt mehr dahinter?

Schlägt man im DUDEN nach, findet man bei "smart" Synonyme wie  "clever", "gewitzt", "schlau", "geschickt". Reden wir von "Smart Information", geht es also um schlaue/geschickte Informationen. Doch was macht die Information so schlau oder gar geschickt?

Für mich gibt es da drei Aspekte, die alle das Ziel verfolgen, das Informationsbedürfnis der Nutzer bestmöglich zu erfüllen.

Der eine Aspekt ist die Information selbst. Grundvoraussetzung dafür, dass eine Information smart sein kann, ist für mich zunächst einmal, dass sie richtig ist. Eine falsche Information ist sicher nicht smart. Weiterhin sollte eine smarte Information so aufbereitet sein, dass sie verständlich ist, so dass ich sie schnell und ohne Hürden aufnehmen kann. Dieser Aspekt von smart bezeichnet quasi die traditionellen Tugenden der Technischen Redaktion.

Der zweite Aspekt hat mit der Darbietung der Information zu tun. Hier geht es darum, Informationen nicht mehr in monolithischen Dokumenten anzubieten, sondern in kleinen nutzer- und situationsgerechten Einheiten. Jetzt werden Sie vielleicht denken: "Modular arbeiten wir in der Dokumentation doch schon lange, das ist doch auch nichts Neues", doch das ist nicht ganz das Gleiche. In der modularen Redaktion konzipieren wir Module so, dass wir die Informationen möglichst effizient erstellen können. Damit sind die Module aber noch nicht unbedingt nutzergerechte Informationseinheiten (Topics). Diese ergeben sich erst dann, wenn die Topics anhand der Informationsbedürfnisse des Nutzers konzipiert wurden und so gestaltet sind, dass sie genau ein Informationsbedürfnis stillen. Diese Topics sind aber so noch nicht smart im Sinne von "clever", "gewitzt". Das werden sie erst, wenn wir sie intelligent machen: durch Metadaten, die es ermöglichen, sie mit anderen Informationen, den Produktbestandteilen oder gar dem realen Produkt zu verknüpfen. So schaffen wir die Basis dafür, unsere Nutzer proaktiv mit genau den Informationen zu versorgen, die ihnen helfen, ihre Aufgaben zu erledigen. So können sie effizienter arbeiten und Dinge tun, die sie sich sonst vielleicht niemals zugetraut hätten.

Der dritte Aspekt setzt schließlich den Nutzer in den Mittelpunkt, denn all das, was wir tun, um den Nutzer zu informieren, nutzt nur etwas, wenn dieser sich auch wirklich gut informiert fühlt. Es gilt also, das individuelle Informationsbedürfnis der verschiedenen Nutzergruppen zu erforschen und dann die Informationen so aufzubereiten und anzubieten, dass sie ihren maximalen Nutzen entfalten.

Unser Claim "Smart Information Solutions" soll genau das widerspiegeln: Wir wollen mit unseren Kunden Wege entwickeln, die Informationen so intelligent zu machen, dass die Nutzer – egal ob Kunden, Servicetechniker oder Kollegen im eigenen Hause – ihre Aufgaben leichter erledigen können. Dafür nutzen wir modernste Technologien zum Informationsdesign und zur Vernetzung von Informationen und halten dabei weiterhin die klassischen Tugenden der Technischen Redaktion hoch.