Outsourcing, wie wir es verstehen

Mit dem richtigen Modell gewinnen beide Seiten.

© REDPIXEL / Fotolia

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"Vom Diplom-Hausmeister zum Facility-Manager" – so beschrieb vor einiger Zeit die FAZ die ungebrochene Erfolgsgeschichte des wohl bekanntesten Outsourcings unserer Zeit. Bekannt auch deshalb, weil es die Branche am Anfang wirklich schwer hatte und gegen massive Vorurteile kämpfen musste. Was in den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts tatsächlich als Auslagerung von Reinigungs- und Hausmeister-Tätigkeiten begann, hat sich in den letzten Jahren zum milliardenschweren, sehr effizienten und daher immer noch mit weit überproportionalem Wachstum gesegneten Geschäftsmodell entwickelt.

Insbesondere größere produzierende Unternehmen fokussieren sich einzig auf die Entwicklung und Herstellung hochwertiger Güter und überlassen die Steuerung aller diese Produktion umgebenden Immobilien – vom Energiemanagement bis hin zur Immobilienverwaltung – anderen Unternehmen, die genau dies können und daher besser machen als der Produzent selbst.

Was hat das mit uns zu tun? Sehr viel! Denn genau hier setzt das vollständige oder teilweise Outsourcing des Smart Information Life Cycle an. Und: Nein, wir reden hier nicht von Arbeitsplatzvernichtung – ganz im Gegenteil! Aber der Reihe nach ...

Man unterscheidet zwei Arten von Outsourcing: Die erste Variante ist die, die wir nicht machen wollen und nicht machen werden, die aber im Sinne der Begriffserläuterung vorangestellt sein soll: Das so genannte "harte" Outsourcing, also das Auslagern einer kompletten Abteilung mit dem Ziel, sich von dieser zu trennen. Das Bürgerliche Gesetzbuch nennt diesen Vorgang "Betriebsübergang". Dieses Verfahren kann funktionieren, aber auch tatsächlich langfristig zur Vernichtung von Arbeitsplätzen führen, denn es ist ungewiss, was das übernehmende Unternehmen nach Ablauf einer Garantiefrist mit den ausgelagerten Mitarbeitern tatsächlich macht.

Business Process Outsourcing als Win-win-Szenario

Uns geht es um etwas anderes: Das BPO, Abkürzung für Business Process Outsourcing. Hier stehen die Ziele und Anforderungen an die Nutzerinformation in drei, fünf oder zehn Jahren im Mittelpunkt. Die derzeitige Lage ist diese: Die Anforderungen, die Komplexität und die Digitalisierung von Nutzerinformationen schreiten rasend schnell voran und wir hören von einer Reihe mittelständischer Unternehmen, dass die Dokumentationsabteilungen entweder personell oder auch im Hinblick auf Ihre (IT-) Kompetenzen aktuell nicht so aufgestellt sind, dass sie diese Anforderungen zeitnah und vollumfänglich abdecken können.

An dieser Stelle kann nun eine höchst erfolgreiche Kooperation zwischen Hersteller und Dienstleistungsunternehmen beginnen: Der Hersteller lagert die Prozesse, Teilaufgaben oder Projekte aus, die reine Spezialisten schon aus der Natur der Sache heraus besser beherrschen, und behält die Teile im Haus, von denen er überzeugt ist, dass sie seiner Wertschöpfung optimal zuarbeiten und die er mit seiner Mannschaft besser abdeckt als irgendein Dienstleister. Den outgesourcten Teil kann er obendrein noch nahezu beliebig skalieren und Leistungen abrufen, wenn sie benötigt werden. Er verschafft sich somit Zugang zu Zukunftstechnologien und Kompetenzen, deren interner Aufbau sehr langwierig und kostenintensiv wäre. Wir reden also über ein klassisches Win-win-Szenario: Jeder macht das, was er am besten kann, und dies in höchstmöglicher Auslastung.

Outsourcing – richtig verstanden und klug aufgesetzt – ist also ein uneingeschränkter Segen. Den Fluch zu vertreiben, hat die Facility-Manager gute 30 Jahre gekostet, aber sie haben es geschafft. So sehen wir das auch.