Was benötigt man für eine Konformitätserklärung?

„Ich habe eine Maschine und brauche dafür CE.“

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© mehmetbuma / fotolia

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Immer wieder werde ich von unseren Kunden gefragt, was sie als Hersteller oder Betreiber von Maschinen dafür benötigen.

Meine Antwort darauf: „Eine Risikobeurteilung, eine Betriebsanleitung und Ihre weitere Technische Dokumentation. Wenn Sie das alles haben, steht nichts mehr im Wege, das CE-Zeichen ohne Bedenken an Ihre Maschine anzubringen. Aber beachten Sie, dass die Risikobeurteilung wertvolle Informationen für Ihre Konstruktion beinhalten kann, denn oft lassen sich Sicherheitsproblematiken am besten konstruktiv lösen. Deshalb ist es sinnvoll, dass insbesondere bei der Neuentwicklung schon zu einem frühen Zeitpunkt mit der Risikobeurteilung begonnen wird. Das kann hohe Kosten für vermeidbare sicherheitstechnische Lösungen einsparen.“

„OK, wir als Hersteller haben aber nicht die Zeit und die Manpower, uns in die Thematik einzuarbeiten. Können Sie uns dabei unterstützen?“

„Selbstverständlich können wir das!“

In drei Schritten zur Produktsicherheit 

Step 1: Risikobeurteilung und, falls die ATEX-Richtlinie gilt, Zündquellenanalyse erstellen

Für die Risikobeurteilung und die Zündquellenanalyse machen wir einen Recherchetermin mit Ihrem technischen Ansprechpartner aus und recherchieren alle Gefährdungen, die von der Maschine für Personen ausgehen – in jeder Lebensphase.

Wieder zuhause angekommen, erstellen wir mit einem professionellen Softwaretool eine richtlinien- und normenkonforme Risikobeurteilung gemäß der Maschinenrichtlinie 2006/42/EG und der DIN EN ISO 12100. Bei Bedarf erstellen wir auch gleich die Zündquellenanalyse nach der ATEX-Richtlinie 2014/34/EU.

Die Risikobeurteilung umfasst die Beschreibung der Maschine mit der Einschätzung der jeweiligen Risiken anhand eines Risikographen und das Aufführen der passenden Risikominderung. Bei den Risikominderungen gibt es folgende Ausprägungen: konstruktive Lösungen, mechanische und steuerungstechnische Schutzmaßnahmen sowie Warnungen. Zu den Warnungen zählen neben den Sicherheitshinweisen auch die Personalqualifikation, die Beschilderung an der Maschine und die persönliche Schutzausrüstung.

Nachdem die Risikobeurteilung gemäß dem 4-Augen-Prinzip geprüft und anschließend lektoriert wurde, erhalten Sie ein Prüfexemplar. Darin können Anmerkungen und offene Fragen geklärt werden. Ihre Kommentare werden eingearbeitet, Sie erhalten das Endexemplar und erteilen uns die Freigabe. Die Risikobeurteilung ist damit abgeschlossen.

Step 2: Performance-Level-Berechnung

Aus der Risikobeurteilung ergeben sich bei den steuerungstechnischen Schutzmaßnahmen sogenannte "erforderliche Performance Level" (PLr; r für required). Der Performance Level gibt die Zuverlässigkeit einer Sicherheitsfunktion an, die eingesetzt wird, um ein Risiko zu mindern. Bei der Berechnung des Performance Levels wird die Sicherheitsfunktion in einer Software nachgebaut und anhand der Parameter der verwendeten Bauteile berechnet. Selbstverständlich muss der berechnete Performance Level mindestens so hoch wie der erforderliche Performance Level sein (PL ≥ PLr). Um unnötige Kosten zu vermeiden, unterstützen wir Sie schon in der Konstruktionsphase bei der Auswahl passender Komponenten.

Step 3: Betriebsanleitung

Einen weiteren Baustein für ein sicheres Produkt stellt die Betriebsanleitung dar. Bei deren Erstellung ist die Risikobeurteilung insofern relevant, als die aus der Risikominderungsart „Warnung“ stammenden Informationen in der Betriebsanleitung aufgeführt werden müssen. Damit ist es natürlich noch nicht getan, denn die Anforderungen an eine normenkonforme und zielgruppengerechte Betriebsanleitung sind zahlreich und sollen hier nicht Thema sein. Sie finden detaillierte Informationen dazu in unserem Wissensportal, dem smart space (Login erforderlich, hier geht es zur Registrierung).

Fazit

Als Hersteller einer Maschine müssen Ihre Konstrukteure so viele Dinge im Blick behalten, dass Themen wie Risikobeurteilung, Zündquellenanalyse und Performance-Level-Berechnung nur Störfaktoren im Tagesgeschäft sind. Da ist es doch schön, dass es Dienstleister gibt, die Ihnen die Arbeit abnehmen. So können sich Ihre Konstrukteure voll und ganz auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren. Ein weiterer Vorteil: Sie bekommen alle Dokumente aus einer Hand.

Wenn Sie Fragen rund um das Thema CE-Kennzeichnung haben, können Sie mich gerne kontaktieren!

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