„Was nicht passt, wird eben passend gemacht ...“

Wie unsere Kunden mit ausgefeilten Schulungskonzepten dem Fachkräftemangel den Kampf ansagen.

© Master1305 / Shutterstock

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Bei vielen unserer Kunden ist der Fachkräftemangel längst angekommen. Woran wir das merken? Wenn wir Redakteure uns bei der Recherche nach der Zielgruppe erkundigen, hören wir immer wieder ähnliche Aussagen:

"Entweder kann das Personal das Eine oder das Andere. Allrounder finden wir kaum noch."

"Wir wissen nicht genau, wer unsere Produkte letztlich montiert und anschließt. Früher konnten wir uns sicher sein, dass das ein Elektrotechniker übernimmt."

"Wir kriegen kaum geeignetes Servicepersonal. Früher waren die Bewerber so viel besser ausgebildet."

Unterhalten wir uns anschließend selbst mit der Zielgruppe, stellen wir fest: Insbesondere in produzierenden und/oder stark techniklastigen Branchen gibt es nur wenige Mitarbeiter, die geradlinig auf ihre aktuelle Anstellung zugesteuert sind. So wurde der Koch irgendwann zum Servicetechniker, der Einzelhandelskaufmann zum Anlagenführer oder der Tischler ist jetzt als Fachkraft für Lagerlogistik beschäftigt.

Skeptiker würden jetzt vielleicht fragen: „Woher soll der Tischler sein Wissen zum auftragsorientierten Kommissionieren nehmen?“ Oder: „Wie kann der Koch wissen, worauf es bei der Reparatur einer Kolbenmembranpumpe ankommt?“

Wir aber fragen: „Warum denn eigentlich nicht?“

In den letzten Jahren konnten wir vielfältige Erfahrungen im Bereich ‚anforderungsorientierte Wissensvermittlung‘ sammeln: 

So entwarfen wir beispielsweise gemeinsam mit einem Kunden ein Schulungskonzept für die Einarbeitung neuer Mitarbeiter an einem gerade entstehenden Produktionsstandort. Die besondere Herausforderung dabei war, dass dieser neue Standort im außereuropäischen Ausland liegt. Um der Zielgruppe gerecht werden zu können, müssen neben der landesspezifischen Bildungspolitik auch Aspekte wie kulturelle Besonderheiten und mögliche Sprachbarrieren eine Berücksichtigung finden. Wir entwickelten deshalb aufeinander aufbauende Schulungsmodule, die Lernmaterialien mit hohen Bild- und nur wenigen, aber verständlichen Textanteilen beinhalten. Hinzu kamen Bausteine wie Schritt-für-Schritt-Anleitungen zu einzelnen Tätigkeiten, Anschauungsmaterialien, Wiederholungsfragen und Übungsaufgaben, die individuell auf den Kenntnisstand des jeweiligen Schulungsteilnehmers abgestimmt werden können.  

In einem anderen Projekt hatte unser Kunde, Inhaber eines vorwiegend in Handarbeit fertigenden Unternehmens, Probleme, die auf viele Standorte verteilten Mitarbeiter auf einen homogenen Wissensstand zu bringen. Er bat uns um Workshops und Trainings, um mehr über das Thema ‚Wissensmanagement‘ zu erfahren und um Tipps und Ideen für die Umsetzung einer nachhaltigen Wissensvermittlung an den einzelnen Standorten zu generieren.

Aktuell begleiten wir ein Schulungsprojekt bei einem Hersteller von Tierfuttermitteln, der bedingt durch die Produktion im Schichtbetrieb zunehmend eher geringe Bewerberzahlen zu verzeichnen hat. Das Unternehmen hat jedoch bereits vor Jahren erkannt, dass bei einem guten Arbeitnehmer Verantwortungsbewusstsein und Motivation deutlich wichtiger sind als Vorwissen und Bildungsabschlüsse. Deshalb ist es dazu übergegangen, proaktiv auch Quereinsteiger einzustellen, die das Unternehmen anschließend gezielt schult und durch eine intensive Einarbeitung auf die spezifischen Stellenanforderungen vorbereitet. Wir unterstützten unseren Kunden dabei, indem wir anfangs gemeinsam ein Schulungskonzept mit einem ausgewogenen Mix aus Theorie und Praxis entwickelten und anschließend die dazu passenden Schulungsunterlagen verfassten. Heute schulen wir Hand in Hand mit unserem Kunden dessen Mitarbeiter. Während kothes den theoretischen Teil schult, übernimmt ein Mitarbeiter unseres Kunden die praktische Schulung. Der Praxis-Trainer unterstützt uns in unternehmensspezifischen Fragen, wir ihn in methodisch-didaktischen Fragen.

Diese Projekte haben uns vieles gelehrt: In Zeiten der faktischen Vollbeschäftigung muss insbesondere in den Bereichen ‚Produktion‘ und ‚Service‘ immer wieder unqualifiziertes oder zumindest fachfremdes Personal rekrutiert werden. Mit einem durchdachten Schulungskonzept, das an den jeweiligen Kenntnisstand angepasst ist, können auch Neulinge schnell und sicher auf die Anforderungen des jeweiligen Unternehmens vorbereitet und für den Arbeitsalltag fit gemacht werden. Getreu dem Motto: „Was nicht passt, wird eben passend gemacht!“