Warum Technische Redaktion und Übersetzung gemeinsam besser ans Ziel kommen

Die Geschichte einer Informationsbrücke.

© FABIEN / Fotolia

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Als ich 2013 von einem klassischen Übersetzungsdienstleister zu kothes wechselte, habe ich das aus zwei Gründen getan:

  1. kothes gehört zu einem der familienfreundlichsten Unternehmen in unserer Branche!
  2. Ich wollte unbedingt die Prozesse vor und nach dem klassischen Übersetzungsgeschäft von technischen Dokumenten kennenlernen.

Zum ersten Grund muss ich nicht weiter ausholen. Wenn ich aber den zweiten Grund jetzt nach vier Jahren resümiere, muss ich sagen: Volltreffer.
Warum? Ich erkläre es Ihnen anhand von ein paar Beispielen:

Thema: Redaktionelles Verständnis der Übersetzungsprozesse

Über fremdsprachliches Know-how und technisches Fachwissen hinaus besitzt das Übersetzungsmanagement bei kothes ein redaktionell geprägtes Verständnis der Arbeitsprozesse. Das bedeutet: Die Übersetzungsmanager kennen die technischen, strukturellen und terminologischen Probleme, die zum Alltag der Technischen Redaktion gehören. Aus diesem Verständnis heraus stellen sie die richtigen Fragen, nehmen den Blickwinkel des Anwenders ein und klären Probleme schnell und unbürokratisch.

Thema: Ein Übersetzerteam in einem Redaktionsunternehmen

Bei uns arbeiten Redaktion und Übersetzungsmanagement Hand in Hand. Davon profitieren nicht nur Kunden, deren Informationsprodukte in der kothes Redaktion entstehen, sondern auch diejenigen, die uns mit der Übersetzung selbsterstellter Dokumente beauftragen. In jedem Fall profitieren unsere Kunden vom Wissenstransfer zwischen Redaktion und Übersetzung. So hat das kothes Übersetzungsmanagement nicht nur große Erfahrung mit gängigen Übersetzungstools, sondern kennt sich auch mit Redaktionssystemen und DTP-Tools aus. Bei besonders komplexen Fragestellungen unterstützen sich die Kollegen der Redaktion und der Übersetzung gegenseitig. So stellen wir gemeinsam ein optimales Resultat für Sie sicher.

Thema: Technische Fragen klären wir umgehend

Da wir grundsätzlich nur muttersprachliche Fachübersetzer einsetzen, arbeiten diese oft von ihrem Heimatland aus. Doch sie tun dies nicht im „stillen Kämmerlein“, sondern tauschen sich intensiv mit unseren Übersetzungsmanagern im Berliner Büro aus. Proaktive Kommunikation ist in unserer Unternehmenskultur fest verankert, und wann immer die bestmögliche Übersetzung und eine glasklare Verständlichkeit dies verlangen, greift das Übersetzungsmanagement auf unser Redaktionsteam, das die Inhalte erstellt hat, zurück. Wenn es sich dabei um kothes Redakteure handelt, geschieht dies ganz ohne das Zutun des Kunden. Bei Inhalten, die Sie als Kunde selbst erstellt haben, scheuen sich unsere Übersetzer auch nicht, Sie als Ansprechpartner und Kunden direkt zu kontaktieren, um Fragen effizient zu klären. Wie die Projektkommunikation im Detail aussieht, entscheiden Sie als Kunde; wir modellieren und optimieren den Prozess.

Wenn ich genau an dieser Stelle an meinen Alltag denke, ist es doch oft so. Wir in der Übersetzung sind das letzte Glied in einer Informationskette. Die Anleitung wurde erstellt, was oft den Löwenanteil des gesamten Zeitbudgets aufbraucht. Ihr Produkt steht kurz vor der Markteinführung und die Zeit drängt. Und fast genau an dieser Naht starten die Übersetzungen. Einer der Verzögerungsfaktoren (gegenüber dem nahenden Liefertermin) für den Übersetzungsanteil des Information-Life-Cycles ist das Fragenmanagement in der Übersetzung. Der Übersetzer arbeitet meist so, dass er/sie übersetzt und währenddessen seine Fragen zu Unklarheiten wie Abkürzungen, Terminologien und ggf. aus Fremdsprachensicht missverständlichen oder mehrdeutigen Ausgangstexten sammelt. Die Beantwortung dieser Fragen kann aber dauern, was schlicht Zeit kostet und den Liefertermin verzögern kann. Wenn aber unser Übersetzer direkt mit Ihnen oder unseren Redakteuren kommuniziert, spart das Zeit in der Zusammenarbeit mit Ihnen bzw. Sie bekommen gar nichts mit, weil unser Übersetzer direkt mit unserem Redakteur kommuniziert.

Thema: Terminologie

Das Thema Terminologie beginnt mehr und mehr an Bedeutung zu gewinnen. Dass Technische Dokumentation in Ausgangs- und Zielsprache präzise und eindeutig sein muss, ist kein Geheimnis. Um für die Terminologie also eine eindeutige Produktsprache zu erarbeiten, beginnt man idealerweise dort, wo Texte entstehen, also in unserem Fall in der Redaktion. Das macht es unseren Übersetzern wiederum leichter, equivalente Benennungen in ihrer Fremdsprache zu lokalisieren, denn die Quellbenennung ist ja schon durch den Redakteur und Wissensträger erfasst worden. Terminologie über den Übersetzer zu erarbeiten funktioniert auch, aber der Übersetzer hat das Produkt oder die Maschine nicht recherchiert. Er transportiert die erarbeiteten Texte und Informationen in die Fremdsprache, aber die Entscheidung, welcher Begriff oder welche Benennung in eine Terminologie gehört, ist beim Redakteur besser aufgehoben. Um uns an der Stelle das Leben miteinander etwas einfacher zu machen, vernetzen wir durch eine Terminologiemanagementsoftware unsere Prozesse.

Mein Fazit:

Wissen se watt! (Bitte entschuldigen Sie jetzt meine Berliner Schnauze)

Ick liebe es, Problematiken von so vielen Standpunkten aus zu betrachten wie möglich oder nötig. Das hilft ungemein, bestmögliche Lösungen zu erarbeiten, die nicht nur den Bereich der Übersetzung betreffen, sondern sich auch nachhaltig auf die Prozesse davor und danach auswirken – und das so einfach wie möglich. Soll ja praktikabel und vor allem anwendbar sein. Heutzutage muss ich nicht unbedingt den Übersetzer bitten, Terminologien und Quell- und Zielsprache zu erfassen. Die Quellsprache übernimmt der Redakteur. Logisch, oder? Er befasst sich ja ausführlich durch Recherche damit, Informationen zu erfassen, und kann gezielt Quellbenennungen finden, die unser Übersetzer dann in seine Fremdsprachen eindeutig lokalisiert. Oder ich bekomme vor Start eines Redaktionsprojekts einen Anruf des Redakteurs und wir planen zusammen die Workflows und deren Terminierung. Oder ich kann zusammen mit den Erstellern von Informationen den Hype der maschinellen Übersetzungen besser beurteilen und Prozesse und Regeln erarbeiten, die zu guten und hochwertigen Ergebnissen führen.