Spitzenlast abfedern leicht gemacht

Wie Engpässe in der Technischen Redaktion durch Dienstleister abgefangen werden können.

WissenRedaktion

Montagmorgen, 9 Uhr: Bewaffnet mit meinem zweiten Kaffee, einem Bleistift und einem Notizblock sitze ich in meinem Büro und erstelle wie üblich eine Liste mit meinen To-dos für die anstehende Woche: Ich muss diese Woche noch ein Endexemplar ausliefern und eine Betriebsanleitung in die Übersetzung geben, am Mittwoch steht das allwöchentliche Abteilungstreffen an und die Schulung müsste ich auch noch vorbereiten … Das Klingeln meines Telefons reißt mich aus meinen Gedanken und ich höre die Stimme meiner Abteilungsleiterin:

„Hallo Olga, wir brauchen dringend jemanden für einen Kunden in der Nähe von Stuttgart. Es geht um die Erstellung einer Betriebsanleitung im Bereich Messgerätetechnik. Der Kunde hat eine eigene Redaktionsabteilung, aber da herrscht gerade Not am Mann.“

Ich lege schon während des Gesprächs meine Wochen-To-do-Liste zur Seite und notiere mir stattdessen die Kontaktdaten des Ansprechpartners, um nach dem Telefonat einen kurzfristigen Recherche- und Besprechungstermin vor Ort beim Kunden zu vereinbaren.

Und so sitze ich am Mittwochmorgen – das Abteilungstreffen findet dieses Mal ohne mich statt – im Auto auf dem Weg Richtung Stuttgart. Die A8 ist wie immer brechend voll, aber das kenne ich ja schon. Schließlich habe ich 5 Jahre in dieser Gegend gewohnt. Es ist schön, mal wieder im Ländle zu sein …

Beim Kunden angekommen besprechen wir bei einer Tasse Kaffee, wie ich ihm Arbeit abnehmen kann, damit er die Hände und den Kopf frei hat, sich um sein laufendes Tagesgeschäft zu kümmern. Für uns Redakteure stellen solche „Notdienst-Einsätze“ immer wieder neue Herausforderungen dar, denn hier gibt es keine standardisierte Vorgehensweise: Wie wir unsere Kunden konkret unterstützen können, hängt von dem jeweiligen Projekt ab. Im Laufe des Gesprächs beschließen wir, dass ich beginnend mit der folgenden Woche für die Dauer des Projekts mein Büro in Kempen gegen einen Arbeitsplatz vor Ort eintausche. So können wir gemeinsam die Ärmel hochkrempeln und zusammen Arbeit „wegschaffen“.

Sechs Wochen später sitze ich zufrieden wieder im Auto – dieses Mal auf dem Weg in mein Büro am Niederrhein – und lasse die letzten Wochen Revue passieren: Wir haben die Abgabetermine einhalten können und das Produkt kann zusammen mit der Betriebsanleitung ausgeliefert werden. Es war ein aufregender Außeneinsatz, bei dem ich Einblicke in andere Redaktionsprozesse und -abläufe gewinnen und Ideen sowie Inspirationen für meinen eigenen Alltag mitnehmen konnte. Es sind gerade diese Einsätze, bei denen ich viel dazulerne und die mich als Redakteurin voranbringen.